Lederzurichtung

Die Zurichtung bezeichnet die letzten Arbeitsschritte in der Lederherstellung, bei denen Oberfläche, Farbe, Griff und Glanz nach Wunsch gestaltet werden. Sie entscheidet über das endgültige Aussehen und die Eigenschaften jedes Lederstücks. In diesem Artikel erfährst Du, welche vier Hauptschritte die Zurichtung umfasst – von der Grundierung bis zur Prägung.
Wichtig zu wissen: Einige Eigenschaften des Leders, wie zum Beispiel Weichheit, Fülle und Struktur, werden bereits durch die Nasszurichtung beeinflusst, die die vorherigen Gerbschritte bezeichnet. Die Oberflächenzurichtung folgt danach und vollendet das Ergebnis. 

Wozu dient die Zurichtung?

Die Zurichtung geht weit über die Farbgestaltung hinaus. Sie umfasst auch die Imprägnierung, das Bügeln und die Prägung. Ein besonderes Beispiel ist Pull-Up-Leder, bei denen Wachse oder Öle aufgetragen werden, um das Material tief zu pflegen und einen natürlichen Patinaeffekt zu erzeugen – das nennt man Wachs- oder Ölzurichtung.
Die vier wichtigsten Schritte der Zurichtung sind folgende.

1. Die Grundierung

Als ersten Schritt wird eine Grundierung auf das offenporige Anilinleder aufgetragen, damit die offenen Poren „gefüllt" werden. So verteilt sich die Farbe gleichmäßig, anstatt ungleichmäßig vom Leder aufgesaugt zu werden. Die Grundierung verbessert außerdem die Haftbarkeit und sorgt dafür, dass die Pigmentschicht dauerhaft auf der Oberfläche hält.

2. Die Farbschicht

Nach der Grundierung kommt die Farbschicht aus Pigmenten und Bindemitteln. Sie bestimmt den endgültigen Farbton des Leders. Je nach Zusammenhang wird sie auch Pigmentierung, Zurichtung oder Kopffärbung genannt.

3. Der Top Coat

Über die Farbschicht kommt der Top Coat, auch Finish oder Appretur genannt. Er wirkt wie ein Klarlack und schützt die Farbe vor Abfärbung und Abrieb. Außerdem bestimmt er den Glanzgrad und den Griff des Leders. Für matte Leder, zum Beispiel wie Fahrzeugleder oder lederbezogene Armaturenbretter, wird dem Top Coat eine Mattierung hinzugefügt.

4. Bügeln und Prägen

Im letzten Schritt kann das Leder gebügelt und/oder geprägt werden. Beim Bügeln wird die Oberfläche glatter und kann einen Glanzeffekt erhalten; außerdem wird das Leder widerstandsfähiger und pflegeleichter. Beim Prägen wird dem Leder ein neues Narbenbild oder ein dekoratives Muster aufgeprägt – durch Stanzen oder Walzen.

FAQs: Häufige Fragen zur Lederzurichtung

Was ist der Unterschied zwischen mattem und glänzendem Leder? 

Der Glanzgrad wird beim Auftragen des Top Coats bestimmt. Für mattes Leder wird eine Mattierung hinzugefügt. Für glänzendes Leder wird der Top Coat pur aufgetragen, manchmal ergänzt durch einen Bügelvorgang, der die Oberfläche glättet und den Glanz verstärkt . 

Was ist Pull-Up-Leder?

Pull-Up-Leder ist Leder, auf das bei der Zurichtung Wachse oder Öle aufgetragen wurden. Wenn man es dehnt oder zieht, hellt es sich an dieser Stelle kurz auf, bevor es seinen ursprünglichen Farbton wieder annimmt. Das verleiht ihm ein lebendiges Aussehen und eine natürliche Patina. 

Ist eine Prägung ein Mangel?

Nein, die Prägung ist eine bewusste Technik. Sie gibt dem Leder ein Narbenbild oder ein dekoratives Muster, das in der Rohhaut nicht natürlich vorhanden ist, zum Beispiel Krokodil-, Strauß- oder geometrische Muster. 

Beeinflusst die Zurichtung die Haltbarkeit des Leders?

Ja. Ein gut aufgetragener Top Coat schützt das Leder vor Abnutzung, Verfärbung und Reibung. Gebügeltes Leder ist außerdem im Alltag einfacher zu pflegen. Die Qualität der Zurichtung hängt also direkt mit der Langlebigkeit des Produkts zusammen.  

Die Zurichtung bei Gusti Leder: Handwerk im Dienst der Qualität

Bei Gusti Leder wird jeder Schritt der Zurichtung sorgfältig durchgeführt, um schöne, langlebige und angenehm anzufassende Produkte zu garantieren. Ob naturgewachstes Leder oder geprägtes Accessoire – die Zurichtung ist das, was den Unterschied zwischen gewöhnlichem Leder und einem Stück macht, das Dich jahrelang begleitet.
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